Marcus Schwarze (HAZ) über den aktuellen Stand des wePad

Marcus Schwarze von der HAZ war einer der wenigen die einen wePad Prototypen schon mal gesehen haben (Keine Ahnung ob es geholfen hat, dass Madsack, die Verlagsgruppe in der die HAZ erscheint über  TheMediaLab GmbH an WeFind einer anderen Neofonietochter beteiligt ist). In der HAZ berichtet er u.a. das folgende:

Doch was ist das, was von Ankershoffen da aus der Tasche zieht? Abgewetzt und mitgenommen sieht dieser „Tablet PC“ aus, der blaue Einschaltknopf ist schlimm eingedrückt; abgegrabbeltes schwarzes Klebeband hält notdürftig das Logo „Wepad“ fest – und der Rahmen des „Geräts“ ist aus Holz. So wie einst Apple seine ersten Computer aus Holz schreinerte, so ist auch das WePad zunächst nur als Prototyp mit einer Holzummantelung zu sehen. „Der andere Prototyp ist gerade in Frankreich“, erzählt von Ankershoffen. Erst in der nächsten Woche sollen die ersten Seriengeräte aus Asien eintreffen – dann wird ein Magnesium-Aluminium-Rahmen dem WePad den gewissen Schick verleihen.

In Ermangelung von Links im Artikel sowie der Erwähnung von Pegatron und netbooknews.de,  hier der Link zum netbooknews.de Artikel in dem Pegatron als Hersteller des wePad vorgestellt wird :-)

Für mich stellt sich immer mehr die Frage nach der Rolle von 4tiitoo im ganzen Szenario. Anscheinend ist auf dem Prototypen noch nicht viel von Android zu sehen. Portiert 4tiitoo jetzt ihre Benutzeroberfläche auf Android, oder wird die Benutzeroberfläche (zumindest auf OS Ebene) demnächst komplett von Android abgelöst, wie bei den meisten anderen Android basierten Tablets.

Offen ist für mich auch die Frage nach einem SDK für das WePad. Es ist immer nur von einem Meta-AppStore die Rede, welche AppStores aber darunter liegen sollen und welche SDKs dann benutzt werden können ist unklar.

Eine weitere offenen Frage wie denn Android Marketplace auf einem 1366×768 Screen funktioneren soll, wenn bislang die maximal vorgesehene Screensize 480×854 ist.

Ich weiss, momentan  ist das für neofonie eher sekundär, aber irgendwann müssen sie zumindest mir auf diese Fragen überzeugende Antworten liefern. Ansonsten hat es das WePad IMHO gegenüber out of the box Android-tablets oder Hybiriden eInk/Tablet devices we dem NotionInk Adam schwer. Nicht zu vergessen, dass ChromeOS auch nicht mehr lange dauert, und die Pegatron Mutter ASUS offensichtlich plant ein ChromeOS Tablet herauszubringen. Sollte das WePad auf einem Referenzdesign von ASUS/Pegatron beruhen, könnte es sogar das gleiche sein.

Die Welt iPad App

Gestern gab es eine Pressemitteilung der Welt Gruppe in der mitgeteilt werden, dass die Welt und die Welt am Sonntag die ersten deutschen  Zeitungen seien, die im iPad-Store verfügbar sind:

Zur Markteinführung des iPad in den Vereinigten Staaten am 3. April 2010 ist die WELT-Gruppe mit einer eigenen Applikation im App-Store vertreten. Mit der „Kiosk-App“ haben Nutzer die Möglichkeit, die aktuellen Ausgaben von WELT, WELT KOMPAKT und WELT am SONNTAG auf dem neuen Tablet von Apple zu lesen.

Jan Bayer, Verlagsgeschäftsführer WELT-Gruppe: „Die WELT-Gruppe als Innovationsführer im Segment der Qualitätszeitungsmarken ist von Anfang an auf dem iPad vertreten. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zum Marktstart unsere starken Zeitungsmarken als digitale Ausgaben auf dem iPad anzubieten. Bereits bei der iPhone-App der WELT hat sich gezeigt, dass die PDF-Funktionalität ein sehr stark genutztes Angebot ist

Natürlich wurde diese Mitteilung sofort von den verschiedensten Medien aufgegriffen und hat es auch auf die Rivva-Homepage geschafft (da ich momentna in USA bin Where2.0 und Wherecamp, verzichte ich mal auf individuelle Links). Dabei ist folgender Tenor zu lesen:

  • Teuer
  • Was, nur PDF?

Zu dem ersten Punkt möchte ich mich nicht äussern da ich mir nicht die Mühe gemacht habe den Teil mit den Preisen zu lesen :-). Aber bzgl PDF habe ich eine Meinung.

Ich kann mir vorstellen, dass es schon einigen Druck von Seiten ASV  gab, um zum Launchzeitpunkt im iPad Store vertreten zu sein.

Ich fand schon die Idee nicht schlecht , dass die Welt iPhone App PDF  mitbrachte, da es praktisch umsonst mit dem iPhoneSDK  mitkommt. Die eingebaute Preview App kann natürlich PDFs darstellen, da schon NextStep (der Vorläufer von MacOSX) auf Display Postscript basierte, und der Window Server von Mac OS X auf Postscript basiert (Wikipedia).

Via AirSharing haber ich schon etliche PDF Dokumente auf mein iPhone gebracht und dort gelesen / angesehen. Die deutlich größere Auflösung  des iPad zusammen mit der Tabloid Grösse der Welt kompakt lassen für mich die PDF-Variante für diese Kombination aus Produkt und Gerät durchaus attraktiv erscheinen. Insbesondere dann, wenn man nur wenig Zeit zur Entwicklung einer App und gar keine Möglichkeit zum Testen der Applikation auf dem echten Gerät hat.

PDF ist damit die Variante die unter den gegebenen Voraussetzungen: Zeit, Aufwand, Testability etc. den besten Kompromiss darstellt, wenn man zum Stratzeitpunkt im iPad-Store vertreten sein will.

Die entscheidende Frage ist die nach der Geschwindigkeit des Renderings, aber auch hier ist davon auszugehen, dass das iPad deutlich schneller ist als das iPhone. Und dieses ist in Bezug auf ds PDF rendering deutlich schneller als alle PDFs die ich auf eReadern wie dem Kindle und dem Sony Reader gesehen habe. Dort war PDF für mich bislang keine Option.

Natürlich ist PDF eine der Optionen die wir uns im dpa newslab im Feld ereading ansehen, neben einer Reihe von anderen. Allerdings ist es für mich /uns nicht die primäre Variante die für alle Zeitungen geeignet ist. Aber unter den gegebenen Umständen kann ich die Entscheidung der Welt Gruppe nachvollziehen.

Wie sich das ganze anfühlt werde ich am Samstag sagen können, wenn ich mein iPad abgeholt habe :-) Einer der Voreteile wenn man gerade in USA ist.

Vielleicht haben die geänderten WePad-Photos auch etwas damit zu tun. Von diesen sind nämlich die Verweise auf das Abendblatt und Welt verschwunden.