Mein Kommentar zum Meedia Vorwärts-Artikel

Heute veröffentlichte Meedia einen Artikel, der selbst in der nach unten offenen Meedia-Skala für mich neue Massstäbe setzte. Es ging um die App des SPD-Parteiblattes Vorwärts und seine Verbreitung.

Media titelt: SPD-Blatt Vorwärts umgeht Apples Appstore.  Es folgen dann Ausführungen wie:

Das Kuriose daran: Die Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft hat es geschafft, die Apps an Apple vorbeizuschleusen. Denn im Appstore selbst ist die Software nicht auffindbar. Dieser Modus ist eigentlich nur zu Testzwecken in kleiner Runde und nicht für die breite Masse gedacht und weist Sicherheitsmängel auf.

 

Das ganze war  in Summe so unsäglich, dass ich zum ersten Mal einen Kommentar bei Meedia hinterlassen. Und zwar folgenden:

Leider ist so ziemlich alles an diesem Artikel falsch:

Offensichtlich nutzt nicht den Ad-Hoc Build (denn dann müssten sie die Geräte-IDs (UDIDs) der Geräte kennen auf denen die App installiert wird (max. 100). Auch nicht wie im Artikel suggeriert wird eine Web-App (a la Financial Times) sondern eine native iOS App.

Dies ist AFAIK nur dadurch möglich, dass ein Enterprise Developer Account zum Erzeugen der App genutzt wird. Gemäss Nutzungsbedingungen dürfen solche Apps nur innerhalb des Unternehmens, dass diesen Developer Account besitzt verbreitet werden. Bei etwas flexiblerer Auslegung evtl. auch für Extranets, auf jeden Fall nur für geschlossene Benutzergruppen.

Das würde IMHO bei größtmöglicher Tolereanz von Apple maximal eine Verbreitung der App an alle Genossen erlauben (quasi als Angehörige eines SPD-Intranets und des in der Mitgliedschaft enthaltenen Vorwaerts). Auf keinen Fall aber eine offene Verteilung wie sie der Vorwärts jetzt macht.

P.S.: Der Teil bzgl. Mitloggen ist für jeden der nur einen Hauch von Ahnung hat offensichtliocher Quatsch. Die Bereitstellung der Inhalte auf einem Nicht-Apple-Server ist für JEDES Periodical Pflicht , da Apple im Gegensatz zu Musik und Video hier nicht die Distribution der Inhalte übernimmt. Ausser man kommt als Quartalsmagazin auf die Idee zu jeder neuen Ausgabe ein Update der App zu machen.

Disclosure: In meinem Tagesjob beraten meinTeam und ich im dpa-newslab  Verlage und Unternehmen in Bezug auf  inhaltszentrierte Apps. Und bauen und betreiben sie dann auch. Und zwar sowohl mit App-Store Developer Accounts als auch mit Enterprise Developer Accounts.