Die Welt iPad App

Gestern gab es eine Pressemitteilung der Welt Gruppe in der mitgeteilt werden, dass die Welt und die Welt am Sonntag die ersten deutschen  Zeitungen seien, die im iPad-Store verfügbar sind:

Zur Markteinführung des iPad in den Vereinigten Staaten am 3. April 2010 ist die WELT-Gruppe mit einer eigenen Applikation im App-Store vertreten. Mit der „Kiosk-App“ haben Nutzer die Möglichkeit, die aktuellen Ausgaben von WELT, WELT KOMPAKT und WELT am SONNTAG auf dem neuen Tablet von Apple zu lesen.

Jan Bayer, Verlagsgeschäftsführer WELT-Gruppe: „Die WELT-Gruppe als Innovationsführer im Segment der Qualitätszeitungsmarken ist von Anfang an auf dem iPad vertreten. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zum Marktstart unsere starken Zeitungsmarken als digitale Ausgaben auf dem iPad anzubieten. Bereits bei der iPhone-App der WELT hat sich gezeigt, dass die PDF-Funktionalität ein sehr stark genutztes Angebot ist

Natürlich wurde diese Mitteilung sofort von den verschiedensten Medien aufgegriffen und hat es auch auf die Rivva-Homepage geschafft (da ich momentna in USA bin Where2.0 und Wherecamp, verzichte ich mal auf individuelle Links). Dabei ist folgender Tenor zu lesen:

  • Teuer
  • Was, nur PDF?

Zu dem ersten Punkt möchte ich mich nicht äussern da ich mir nicht die Mühe gemacht habe den Teil mit den Preisen zu lesen :-). Aber bzgl PDF habe ich eine Meinung.

Ich kann mir vorstellen, dass es schon einigen Druck von Seiten ASV  gab, um zum Launchzeitpunkt im iPad Store vertreten zu sein.

Ich fand schon die Idee nicht schlecht , dass die Welt iPhone App PDF  mitbrachte, da es praktisch umsonst mit dem iPhoneSDK  mitkommt. Die eingebaute Preview App kann natürlich PDFs darstellen, da schon NextStep (der Vorläufer von MacOSX) auf Display Postscript basierte, und der Window Server von Mac OS X auf Postscript basiert (Wikipedia).

Via AirSharing haber ich schon etliche PDF Dokumente auf mein iPhone gebracht und dort gelesen / angesehen. Die deutlich größere Auflösung  des iPad zusammen mit der Tabloid Grösse der Welt kompakt lassen für mich die PDF-Variante für diese Kombination aus Produkt und Gerät durchaus attraktiv erscheinen. Insbesondere dann, wenn man nur wenig Zeit zur Entwicklung einer App und gar keine Möglichkeit zum Testen der Applikation auf dem echten Gerät hat.

PDF ist damit die Variante die unter den gegebenen Voraussetzungen: Zeit, Aufwand, Testability etc. den besten Kompromiss darstellt, wenn man zum Stratzeitpunkt im iPad-Store vertreten sein will.

Die entscheidende Frage ist die nach der Geschwindigkeit des Renderings, aber auch hier ist davon auszugehen, dass das iPad deutlich schneller ist als das iPhone. Und dieses ist in Bezug auf ds PDF rendering deutlich schneller als alle PDFs die ich auf eReadern wie dem Kindle und dem Sony Reader gesehen habe. Dort war PDF für mich bislang keine Option.

Natürlich ist PDF eine der Optionen die wir uns im dpa newslab im Feld ereading ansehen, neben einer Reihe von anderen. Allerdings ist es für mich /uns nicht die primäre Variante die für alle Zeitungen geeignet ist. Aber unter den gegebenen Umständen kann ich die Entscheidung der Welt Gruppe nachvollziehen.

Wie sich das ganze anfühlt werde ich am Samstag sagen können, wenn ich mein iPad abgeholt habe :-) Einer der Voreteile wenn man gerade in USA ist.

Vielleicht haben die geänderten WePad-Photos auch etwas damit zu tun. Von diesen sind nämlich die Verweise auf das Abendblatt und Welt verschwunden.

wePad resp. tiitoo – Ein deutsches iPad?

Gestern gab es etwas Aufregung in der deutschen Netz-und Verlagswelt, als areamobile über das WePad berichtete: Laut areamobile ein Tablet aus deutschen Landen, das von der Berliner Firma neofonie entwickelt wurde, mit besseren Technischen Spezifikationen als das iPad und insbesonderer mit Flash-Fähigkeit.

Klar, das eine solche Geschichte schnell von den einschlägigen Mediendiensten und Online-Redaktionen aufgegriffen wird, etwa Spiegel, meedia, turi2, …

Laut der eigens für das WePad eingerichteten Facebook Fansite kann das WePad folgendes:

Das WePad bietet Zugang zum Internet, sofort nutzbare Apps und Zugriff auf Bücher und Fotos sowie auf Magazine und Tageszeitungen verschiedener Verlage, die mit dem WeMagazine ePublishing Eco System realisiert wurden.

WeMagazine konnte auf der CeBIT bewundert werden, ein Kollege von hat auf der IFRA Expo im letzten Jahr eine Vorversion ssehen der auf Basis vn Adobe AIR realisiert war.

Ich kenne neofonie resp. die Schwesterf/Tochterfirma WeFind AG als Hersteller von Suchmaschinenlösungen, als Technologieprovider hinter nachrichten.de und netzeitung.de,  als Use-case Leader des Theseus-Use-Cases Alexandria (nachdem Lycos Research zusammen mit Lycos von der Bildfläche verschwunden ist) und als Anbieter von mobilen Lösungen (unter anderem der iPhone App der Leipziger Volkszeitung). Kurzum als Softwareanbieter, nicht als Hardwareanbieter.

Wo kommt die Hardware her? 42.

Daher habe auch mich gewundert dass neofonie auf einmal  auch Hardware macht. Wie schaffen die das nur? Die Antwort ist natürlich die Antwort auf die Frage nach “life, universe and everything”: 42, oder um es genauer zu sagen http://www.4tiitoo.de.

Auf deren Website wurde irgendwann zwischen gestern abend und heute morgen noch schnell, der Hinweis auf die Kooperation mit neofonie  eingefügt und das Gerät von tiitoo in WePad umbenannt, ausser im Alt-Text des Bildes :-(

Ebenso hat areamobile noch andere WePad Bilder als ich von der FacebookFansite herunterladen konnte. Meine Bilder sind jetzt wit einem WePad Desktop versehen, die alten haben noch den orangen Hintergrund des tiitoo (ohne das tiitoo Branding im Screenshot, dafür aber mit WePad Branding auf dem Rahmen).

Sieht also alles sehr nach einem voreiligem Alleingang von neofonie aus der 4tiitoo überraschte einer wirklich abgestimmten Kommunikationsstrategie aus.

Partner? Welche Partner?

Apropos Partner. Zu Print- und Vertriebspartnern schweigt sich neofonie ja bislang aus ebenso zu Preisen. Es soll nur biliger sein als das iPad

Auffällig ist allerdings, dass auf dem Screenshot  mit dem Abendblatt (gleich 2x) und der Welt (neben TVMovie und der Tagesschau) zwei Zeitungen von Axel-Springer zu finden sind. Dazu, neben den üblichen Referenzen zu den Internetgiganten, noch Verweise auf das Wetter in Köln, koeln.de und zwei weiteren Hamburger Unternehmen: Tchibo und Hawesko (2x).

Sollte das irgend ein Indiz für eine Partnerschaft mit ASV  oder anderen ehrbaren Hamburger Kaufleuten sein (wie war das mit den “”untypische Vertriebspartnern” von denen im areamobile Artikel die Rede ist) und  die Kommunikation mit diesen ähnlich gut wie mit 4tiitoo gelaufen sein, dann viel Spass neofonie.

Technik. Welches OS?

Doch zurück zu den Unklarheiten. In den Artikeln wird über das Betriebssystem spekuliert. So schreibt der Spiegel:

Etwas verworren sind bislang noch die Angaben zu dem Betriebssystem, das neofonie auf dem WePad verwenden will. Laut areamobile handelt es sich dabei um ein Linux-Derivat, “auf das Android und eine eigene Nutzeroberfläche aufgesetzt sind”. Ein solches System würde dem WePad-Nutzer zumindest Zugriff auf Googles Online-App-Store Marketplace geben, um sich mit Zusatzprogrammen auszustatten. Unklar ist dabei nur, inwieweit bestehende Android-Software kompatibel zu dem neuen Gerät mit seiner hohen Bildschirmauflösung ist.

Leider ist auch die Darstellung des Spiegels etwas verworren. Android ist ein Betriebssystem das auf dem Linuxkernel und einem Satz  von in C-geschriebenen LIbraries sowie einer Java Virtual Machine die nicht Java heissen darf  und deshalb Dalvik heisst aufbaut. Applikationen werden in Java geschrieben.

Da laut tiitoo schon in 2009 ein Feldtest mit 150 End-Usern durchgeführt wurde und die Firma seit 2006 daran arbeitet (das sagt zumindest das gerade aktuelle Textsnippet in den Google-Suchergebnissen das bei einer Suche nach 4tiitoo angezeigt wird ist folgendes wahrscheinlicher:

das tiitoo wurde als eigenes Linuxderivat mit eigener Oberfläche entwickelt. Vielleicht wurde ja auch eine Flash-SourceLizenz erworben (wie es z.B. bei dem Chumby der Fall ist) und die komplette Oberfläche ist Flash.

Auf jeden Fall hat die in den Screenshots gezeigte Oberfläche, nix aber auch gar nix mit der Aberfläche zu tun die auf en mittlerweile kaum noch zu zählenden Android-Tablets zu finden ist. Umnicht die gesamte Entwicklungslast selbst tragenzu müssen, werden die 4tiitoo Leute wohl in den letzten Monaten schwer damit beschäftigt sei, ihr System auf Android als Basis umzubauen.

Was den Google Marketplace angeht, so irrt der Spiegel. Android heisst nicht automatisch auch Android Marketplace. Siehe nur das Beispiel Archos Internet Tablet, das quasi gehackt wurde um den Marketplace auf das Gerät zu bringen (erst in der auf der CeBIT gezeigten Version ist jetzt auch der Marketplace enthalten). So wie ich es verstanden habe braucht man als Gerätehersteller ein Distribution Agreement mit Google um die Google Applikationen (und das heisst auch den Android Marketplace) auf dem Gerät installieren zu können.

More on tablets

As (nearly) anybody else working in media i  am discussing its implications nearly every day at work. Here’s the management summary of  my current state of mind:

  • Tablets will be gamechangers  both for personal media consumption and personal computing (if executed right)
  • Neither re-enacting /emulating existing media (especially in the newspaper and magazin space) nor re-enacting existing personal computing user experiences will do the trick. “Enhanced editions” of all kinds where one of the most talked about topics at O’Reilly’s Tools of Change for Publishing conference in late February.
  • Most media companies have a long way to go until they are tablet-ready. And that means wrt. enabling their existing processes and content, not wrt. building exciting apps. The prior are a necessary precondition for the latter.
  • It is nearly impossible to do development for tablets without a physical device. Because good applications wil be based on making the experience as physical  as possible. And that means integrating sensors of all kind as well as direct manapulation interfaces

Apples Human Interface Guidelines

Carefully reading  the iPad Human Interface Guidelines  is presumably the best thing you can do in order prepare for developing iPad applications. Thankfully uxmag published the overview  of these guidelines first. Hence i’m feeling quite confident that i might publish them over here without getting litigated from Apple (technically even these guidelines  are under NDA and only available to members of the iPhone / iPad developer program):

Support All Orientations

Your application should encourage people to interact with iPad from any side by providing a great experience in all orientations. The reason is that people don’t view the device as having a default orientation, because they don’t pay much attention to the minimal device frame and they’re unconcerned with the location of the Home button.

Enhance Interactivity (Don’t Just Add Features)

The best iPad applications give people innovative ways to interact with content while they perform a clearly defined, finite task. Resist the temptation to fill the large screen with features that are not directly related to the main task. In particular, you should not view the large iPad screen as an invitation to bring back all the functionality you pruned from your iPhone application.

Flatten Your Information Hierarchy

Although you don’t want to pack too much information into one screen, you also want to prevent people from feeling that they must visit many different screens to find what they want. In general, focus the main screen on the primary content and provide additional information or tools in an auxiliary view, such as a popover.

Reduce Full-Screen Transitions

Instead of swapping in a whole new screen when some embedded information changes, update only the areas of the user interface that need it. When you perform fewer full-screen transitions, your application has greater visual stability, which helps people keep track of where they are in their task.

Enable Collaboration and Connectedness

Think of ways people might want to use your application with others. Expand your thinking to include both the physical sharing of a single device and the virtual sharing of data.

Add Physicality and Heightened Realism

Whenever possible, add a realistic, physical dimension to your application. The more true to life your application looks and behaves, the easier it is for people to understand how it works and the more they enjoy using it.

Delight People with Stunning Graphics

The high-resolution iPad screen supports rich, beautiful, engaging graphics that draw people into an application and make the simplest task rewarding.

De-emphasize User Interface Controls

Help people focus on the content by designing your application UI as a subtle frame for the information they’re interested in. Downplay application controls by minimizing their number and prominence. Consider creating custom controls that subtly integrate with your application’s graphical style. In this way, controls are discoverable, but not too conspicuous.

Minimize Modality

iPad applications should allow people to interact with them in nonlinear ways. Modality prevents this freedom by interrupting people’s workflow and forcing them to choose a particular path.

Rethink Your Lists

Consider a more real-world vision of your application. For example, on iPhone, Contacts is a streamlined list, but on iPad, Contacts is an address book with a beautifully tangible look and feel.

Consider Multifinger Gestures

The large iPad screen provides great scope for multifinger gestures, including gestures made by more than one person.

Consider Popovers for Some Modal Tasks

If you use modal views to enable self-contained tasks in your iPhone application, you might be able to use popovers instead.

Restrict Complexity in Modal Tasks

People appreciate being able to accomplish a self-contained subtask in a modal view, because the context shift is clear and temporary. But if the subtask is too complex, people can lose sight of the main task they suspended when they entered the modal view.

Downplay File-Handling Operations

Although iPad applications can allow people to create and manipulate files and share them with a computer (when the device is docked), this does not mean that people should have a sense of the file system on iPad.

Ask People to Save Only When Necessary

People should have confidence that their work is always preserved unless they explicitly cancel or delete it. If your application helps people create and edit documents, make sure they do not have to take an explicit save action.

Start Instantly

iPad applications should start as quickly as possible so that people can begin using them without delay.

Always Be Prepared to Stop

Like iPhone applications, iPad applications stop when people press the Home button to open another application.

Adobe and HPs (lack of) vision

Meanwhile Adobe and HP join forces and publish a video previewing Adobe running on a HP Slate. Not surprisingly they are focusing on the “full web” experience that is enabled by runing a “real” operating system running “real” web sites and “real” applications (based on Adobe AIR).

Meaning: Cluttered OS build for a different kind of system (PC/Laptop) using a different user interface metaphor (Desktop/Mouse) showing websites optimized for both.

IMHO especially the photoshop.com demo in the video below clearly shows the lack of vision and violation of the “De-emphasize User Interface Controls” Guideline from above.

PS.: More dissemination of the video (as well as an alternative takeon it) can be found at crunchgear